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Trends & Stories: Wie man Aktienempfehlungen richtig liest

Merkmale wenig brauchbarer Kaufempfehlungen
• Die Kaufgründe beziehen sich auf Vergangenes (z.B. Quartalsergebnisse).
• Statt der Zukunft steht die Vergangenheit im Vordergrund der Unternehmens-Betrachtung (z.B. die erfolgreiche Firmengeschichte).
• Risiken werden nicht genannt bzw. nicht hinreichend gewichtet.
• Empfehlung folgt trotz Nennung verschiedener Risiken bzw. Negativaspekte.
• Die Empfehlung wird damit begründet, dass die Aktie "unterbewertet" oder "günstig bewertet" sei.
• Die Empfehlung wird primär damit begründet, dass alle schlechten Nachrichten bereits im Kurs enthalten sind (es handelt sich hierbei um eine durchaus interessante Aussage, allerdings sollte die weitere Kursentwicklung zunächst abgewartet werden).
• Aussagen mit Wenn-Dann-Struktur - Beispiel: Sollte das Unternehmen die Wachstumprognosen erfüllen, dürfte es mit dem Kurs wieder aufwärts gehen. Problem: Wenn die Bedingung erfüllt ist, hat der Markt längst reagiert. Die Aussage ist damit völlig wertlos.
• Tippgeber versteckt sich hinter einem Analystenhaus.
• Tippgeber führt mehr als 3 bis 5 Empfehlungen an - je mehr Empfehlungen genannt werden, desto unverbindlicher sind sie. Der Tippgeber kann sich in jedem Fall hinter den statistisch gewährleisteten Treffern verstecken.
• Phrasen der Form "das Unternehmen ist gut positioniert", "das Unternehmen hat in der Vergangenheit bewiesen, dass", "die Aktie dürfte den Boden erreicht haben".

Beispiel für die Wiedergabe einer unbrauchbaren Empfehlung: (Börsenzeitung 10.01.2001, S. 6)

Consors bleibt Outperformer
Die SES Research GmbH bekräftigte ihre Einschätzung von Consors als "Outperformer". Zwar würden die vorgelegten Kundenzahlen nicht die Erwartungen von SES Research erfüllen, jedoch arbeite Consors profitabel (ja was denn sonst?). Zudem sei Consors der mit Abstand günstigste Discountbroker am Neuen Markt (also will die Aktie keiner haben!?). Die Analysten beurteilen die strategische Ausrichtung des Unternehmens weiterhin positiv (vage bzw. phrasenhaft).

  Welcher Nutzen lässt sich aus gut begründeten Empfehlungen ziehen?

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