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Teil IV: Unterstützungen und Widerstände

In den letzten beiden Folgen hatten wir das Trendkonzept und die Trend- bzw. Kanallinien. Auch im heutigen Kapitel geht es wieder um Linien. Diesmal jedoch nicht um ab- oder aufsteigende, sondern um waagerechte Linien: Die Unterstützungen und Widerstände.
Die grundsätzliche Bedeutung dieser Linien lässt sich schon aus ihren Namen ableiten. Unterstützungen bieten ein charttechnisches Motiv, eine Abwärtsbewegung aufzuhalten. Widerstände eignen sich dagegen, eine Aufwärtsbewegung zu stoppen. Wie man die Unterstützungen und Widerstände konstruiert, welche Signalwirkung von ihnen ausgeht, wie man den Grad ihrer Bedeutung festlegt und wie man handelstechnisch mit ihnen umgeht - das ist das Thema des heutigen Kapitels.

Konstruktion und Signalwirkung

Die horizontalen Unterstützungen (US) und Widerstände (WS) kennzeichnen markante Hoch- und Tiefpunkte im historischen Kursverlauf. Die schematische Zeichnung in Chart 1 gibt das Prinzip sehr gut wieder. US und WS wechseln ihre Funktion sobald sie unter- oder überschritten werden. So werden die Widerstände 1 und 3 ab dem Moment ihrer Überschreitung zu einer Unterstützung.
Die Unterstützungsfunktion wird durch die Korrektur 4 sehr deutlich, die nämlich genau auf dem Niveau des ehemaligen Hoch 1 zum Stillstand kommt. Ähnlich wie bei den Trendlinien spricht man beim Überschreiten eines Widerstandes von einem Kaufsignal und beim Unterschreiten einer Unterstützung von einem Verkaufsignal.

Im Beispiel Chart 1 kommt das Motiv, dass Widerstände eine Aufwärtsbewegung aufhalten, allerdings noch nicht zum Ausdruck. Die Widerstände 1 und 3 konnten den Kursverlauf nicht aufhalten und zeigten nicht einmal Wirkung. Aber auch darin steckt schon eine ganz wichtige Botschaft was das Trendverhalten angeht.

Merke:

    Solange ein Markt es schafft, auf dem Weg nach oben die Widerstände (also Vorgänger-Hochpunkte) problemlos zu überwinden, ist die Tendenz kerngesund. Erst wenn ein Widerstand einmal Wirkung zeigt und schließlich nicht mehr überwunden werden kann, ist das ein erster Hinweis dafür, dass mit der Trenddynamik etwas nicht mehr stimmt und womöglich eine Konsolidierung oder gar eine Korrektur drohen.
    Ähnlich wie bei den zuletzt besprochenen Trendkanallinien resultieren aus dieser Argumentation antizyklische Ausstiegsmotive. In Chart 2 (siehe nächste Seite) sehen wir, wie diese Argumentation im Fall des Hochs 5 Anwendung findet.


Unterstützungen und Widerstände
Chart 1


weiter in Teil IV

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