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Teil II: Der Trend (1. Folge)

The trend is your friend

Nur eine Traderfloskel? Mitnichten! - Schließlich brauchen wir einen Trend unbedingt zum Geld verdienen (abgesehen von der Möglichkeit, mit geschriebenen Optionen auch von einem Seitwärtsmarkt profitieren zu können). Dem Trend und seinen gewinnbringenden Eigenschaften gilt es also in erster Linie auf die Spur zu kommen. Und dazu bietet uns die technische Analyse die geeigneten Werkzeuge. Das Ziel ist klar definiert: Einen neuen Aufwärtstrend möglichst früh aber dennoch methodisch sicher identifizieren, dann so lange wie möglich an dem Aufwärtstrend partizipieren, und schließlich rechtzeitig wieder den Absprung finden. Mit der technischen Analyse ist es gar nicht schwer, in diesen Disziplinen erfolgreich zu sein. Zumal "die Rallye" die am leichtesten zu identifizierende Marktphase ist! (Später im Methodik-Kurs mehr dazu). Das hört sich einfach an - und trotzdem lassen viele Marktteilnehmer die schönsten Rallyes immer wieder aus.

Warum "Kursrallyes" oft nicht beachtet werden

Die Gründe dafür sind wie so oft im mentalen oder tradingpsychologischen Bereich zu suchen. Selbst die stärksten Trends werden immer wieder von Seitwärtskonsolidierungen oder auch schärferen Korrekturen unterbrochen. Wechselt ein Markt nach einer starken Trendphase in eine Seitwärtskonsolidierung, dann wird dieser Trendwechsel meistens zu spät realisiert. Viele Marktteilnehmer denken aus Gewohnheit nur an eine kurze Pause. Viel zu früh setzen sie auf die Wiederaufnahme der Rallye, und das bringt ein ums andere mal eine Enttäuschung.
Der Glaube an die Rallye geht mit der Zeit verloren. Wenn die Zermürbung dann irgendwann ihren Höhepunkt erreicht hat entsteht wieder eine neue Trendphase. Aber der Glaube und der Bezug zur Rallye sind ja inzwischen verlorengegangen. Die Folge? Viel zu frühes Aussteigen aus dem neuen Trend und damit das Auslassen der größten Chancen. Und das ganze kennt natürlich noch eine Steigerung: Wenn es wiederum aus Gewohnheit gar nicht mehr anders geht, dann wird schließlich oft in Topnähe eingestiegen. Ja, das ist das klassische Verliererprofil! Aber das muss nicht sein - wer sich nur mit den Grundbausteinen der technischen Analyse befasst hat, wird sehr schnell in der Lage sein, gar nicht erst in die aufgezählten Schwierigkeiten zu geraten.

Zwei Grundsätze:

  • Ist ein Trend erst einmal entstanden und definierbar, dann bleiben Sie ihm grundsätzlich treu bis zum Bewies des Gegenteils - oder: ein Trend existiert so lange, bis er bricht! Das hört sich banal an. Aber wie wertvoll dieser Grundsatz ist, zeigt beispielsweise die DAX-Hausse von 11/97 bis 07/98. Wer dem Trend gefolgt ist, der ist bis ganz oben mitgefahren! Der Trend wurde zwischenzeitlich nie gebrochen - die mentale Frage stellte sich nie, da sie von der methodischen abgelöst wurde - auch bei dem momentanen (12/99) DAX-Hausseschub rate ich meinen Lesern übrigens wieder zu konsequenter Trendtreue, was sich schon jetzt zunehmend auszahlt.

  • Der stärkste Trend geht einmal zuende, und bei aller Trendtreue kommt es natürlich auch darauf an, den rechtzeitigen Absprung zu finden. Das heißt: Wenn es irgendwann tatsächlich zu dem Trendbruch kommt, dann lohnt eines nicht: das Prinzip Hoffnung! Dann ist schnelles und konsequentes Aussteigen gefragt, um nicht in einen Korrekturstrudel wie im Herbst 1998 zu geraten. Die Botschaften der technischen Analyse kommen meistens sehr früh, und die Trendbruch-Signale sind leicht zu erkennen. Oft reicht die Kenntnis des Regelwerks aber nicht aus, weil es an einer disziplinierten Umsetzung hapert. Auch das muß trainiert werden!


weiter in Teil II

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