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Die Erfolgsrezepte der Börsenprofis

George Soros (Jhg. 1930)

Amerikanisch-ungarischer Großinvestor und erfolgreichster Spekulant der Welt

Wer ist der Megaspekulant, der die Bank von England auf die Knie gezwungen hat?
Er ist Philanthrop und Philosoph, Großinvestor und Manager, Akteur in der Wirtschafts- und Finanzkrise Asiens (außer Malaysia, nachdem er von Malaysias Premierminister Mahathir für die asiatische Finanzkrise verantwortlich gemacht wurde). Die Auslösung der Rubelkrise 1998 soll auch auf seine Kappe gehen. Er unterbreitete Margret Thatcher und George Bush Vorschläge zur Gestaltung der weltwirtschaftlichen, Finanzbeziehungen; er sprach vor dem US-amerikanischen Kongreß. »Das kapitalistische Weltsystem ist von Finanzkrisen erschüttert und buchstäblich am Auseinanderbrechen. ... ich bin fest überzeugt, daß wir grundlegende Veränderungen brauchen.«

Als erster kapitalistischer Dissident machte Soros auf westlichen Finanzmärkten Milliarden und investierte sie in die postkommunistischen "Red Empire"-Länder. Über verschiedene Stiftungsnetzwerke und -organisationen versucht der "Mann mit der Midas-Hand" fast die halbe Erdkugel zu einer neuen Marktwirtschaft zu reformieren. Die Stiftung unterstützt Ausbildung in Recht, Medien, Kultur und Internet. George Soros hat Visionen - "weil die Welt ohne solche Träume ein trostloser Ort wäre". Man denkt, daß er mit seinen Stiftungen allmählich und heimlich ein osteuropäisches Medienmonopol errichten will und wundert sich über soviel Menschenfreundlichkeit und Sendungsbewußtsein.

Es scheint, als wolle der mächtige Soros mit seinem pragmatisch-philantrophischen Engagement seine eigene Gesellschaftsordnung gründen. Im ukrainischen Czernowitz lehren englische, deutsche und österreichische Professoren die Mechanismen der "offenen Gesellschaft", in Riga wird ein baufälliger Jugendstilbau bald ein westliches Institut: Soros 500 Millionen schwere Spenden-Handschrift. Diese Investitionen machen Soros mächtiger. Als Manager stellte er meist die härtesten kommunistische Parteiführer an "Manchmal waren diese Leute - wie in Slowenien - die besten, weil sie am stärksten marktorientiert, demokratisch gesinnt und modern waren".

"Da ich mit Derivaten und anderen künstlichen Produkten eine erhebliche Hebelwirkung entfalten kann, könnte es passieren, daß ganz automatisch eine Kettenreaktion in Gang kommt und der Markt zusammenbricht", ist Soros überzeugt. George Soros kaufte auch Lateinamerika. Er ist Argentiniens größter Grundbesitzer (etwa 400.000 Hektar) und Viehzüchter (160.000 Stück), besitzt die größten Einkaufszentren in Buenos Aires, Hotels und Firmenbeteiligungen. In Mexiko investierte er 1,3 Milliarden US-Dollar in den Bau eines Büro-, Hotel- und Appartmentkomplexes... Der Börsenmanager stellte 1992 dem Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen 50 Millionen Dollar für die Einwohner von Sarajewo zur Verfügung. 1996 war er der großzügigste amerikanische Spender, als er 360 Millionen US-Dollar für legale Einwanderer spendete.

Lebensstil:
Soros hat keine privaten, extravaganten Vorlieben. Anfang der 80er Jahre hatte er 25 Millionen Dollar. Das reichte ihm. Und als sein Quantum-Fonds 100 Millionen Dollar schwer war, beschloß er, daß er genug Geld habe. Kurz vor der Jahrtausendwende besitzt Soros geschätzte fünf Milliarden US-Dollar.

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