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Seine Amazon.com-Empfehlung bei CIBC Oppenheimer bescherte den Aktionären Ende 1998 200%ige Gewinne und Internetanalyst Henry Blodget war über Nacht berühmt. Zahlreiche Auftritte in TV und Interviews mit Print-Medien folgten. Die größte Investmentbank der Wallstreet, Merrill Lynch, holte den "jungen Wilden" Anfang 1999 als "First Vicepresident" und Chef der Gruppe der Internetanalysten zu sich. Dazu gab es ein Millionengehalt für den smarten Blonden mit den blauen, hypnotisierenden Augen. Für die damalige Zeit beispielhaft löste der bullishe Blodget (Geschichtsstudium in Yale, Englischlehrer in Japan) den eher konservativen Jonathan Cohen ab, der sich stets zurückhaltend zur Bewertung des Internetsektors äußerte. Ein Musterbeispiel für seine einstige Marktmacht: Im Februar 2000 gab Blodget (wieder mal) eine Kaufempfehlung und AOL kletterte um 15 Milliarden Dollar in der Marktkapitalisierung. "Die Leute haben nichts besseres, an das sie sich halten können, denn lange historische Verläufe gibt es nicht", so seine damalige Meinung dazu. Aber auch warnende Worte gab es schon Anfang 2000 von Blodget, der von Dreiviertel der Internetunternehmen bis 2005 das Scheitern oder die Übernahme durch andere Unternehmen erwartete. Im Mai 2000 gab er die Prognose aus, 90% der Internet-Aktien seien überbewertet und nur 10% unterbewertet.
Sein kometenhafter Aufstieg endete wie die meisten der von ihm betreuten Internet-Aktien (u.a. AOL, Amazon.com, Yahoo! und 26 weitere). Im April 2003 wurde Blodget mit einer Strafe von 4 Millionen Dollar belegt. Zudem darf er lebenslang nicht mehr im Wertpapier-Sektor tätig werden. Hintergrund waren Verdächtigungen, daß bestimmte Kaufempfehlungen von ihm nur ausgegeben wurden, um für den Investmentbanking-Bereich von Merrill Lynch attraktive Geschäfte heranzuziehen. Privat soll er, während sie nach außen positiv bewertet wurden, allerdings starke Zweifel an diesen Internet-Unternehmen besessen haben, was private E-Mails belegen sollen.
Blodget's Empfehlungen:
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