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Teil 6: Markttechnik

Grundlagen der Fundamentalanalyse

Unternehmenskennzahlen

Mit verschiedenen Kennzahlen versuchen Analysten zu bewerten, ob eine Aktie kaufenswert ist oder nicht. Entscheidend dabei sind jetzige und zukünftige Gewinne. Die Methoden zur Gewinnschätzung muß der Kleinanleger in der Regel Experten überlassen, weil sie sehr zeitaufwendig sind.

1.) KGV und Anwendung

Mit den Gewinnschätzungen kann man berechnen, wieviel eine Aktie kostet. Dazu teilt man den Kurs der Aktie durch den Gewinn des Unternehmens, der auf die einzelne Aktie entfällt und erhält das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) . Faustregel: Je höher das KGV desto teurer die Aktie, je niedriger desto preiswerter. Verwendet wird dabei das KGV des kommenden Jahres, nur zu Jahresbeginn meist noch das KGV des laufenden Jahres, weil an der Börse die Zukunft gehandelt wird.

Allerdings ist nicht immer ein niedriges KGV automatisch ein Kaufgrund oder ein hohes ein Grund zu verkaufen. Eine große Rolle spielt bei Wachstumsfirmen (z.B. (Bio-)-Technologie, Telekommunikation o.ä.), die Gewinn-Entwicklung. Steigen die Gewinne von Jahr zu Jahr deutlich an, so gestehen die Anleger einer Aktie ein höheres KGV zu. Stagnieren die Gewinne oder fallen sie gar, so ist das KGV oftmals sehr niedrig.

2.) Andere Einflüsse

Marktstellung
Marktführern wie z.B. Microsoft oder SAP gestanden die Anleger in der Vergangenheit häufig höhere Bewertungen zu, weil sie sehr gute Gewinnsteigerungs-Chancen haben. Bei kleinen Firmen ist man skeptischer. Dieses Risiko wird mit einem gewissen Abschlag berücksichtigt.

Branche
Die Branche spielt ebenfalls eine Rolle. Unternehmen aus Zukunfts-Branchen werden höher bewertet, als andere. Beispielsweise waren Internet- oder Softwareaktien im vor allem in der zweiten Hälfte der 90er Jahre bis Mitte 2000 sehr gefragt im Gegensatz zu Bauaktien und haben folglich bessere Unternehmens-Aussichten und KGVs.

Zinsen
Die Zinsen sind bei der Bewertung des gesamten Marktes sehr wichtig: Faustregel: Das DAX-KGV sollte nicht über dem Renten-KGV (=100 geteilt durch Durchschnittliche Umlaufrendite) liegen. Grund: Die Anlage in Rentenpapiere ist bei höheren Zinsen attraktiver. Folglich wird mehr Geld aus Aktien in Renten gesteckt, die Kurse fallen, die Bewertung der Aktien sinkt. Zugleich wird die Geldbeschaffung für Unternehmen teurer, falls sie neue Kredite aufnehmen wollen. Das schmälert dann wiederum die Gewinne und ist deshalb schlecht für die Börse.

Bewertung im Vergleich

Beim Aktienkauf muß man innerhalb einer Branche vergleichen. Bei den DAX-Werten zum Beispiel sind die Unterschiede nicht extrem, da sich sehr viele Analysten, Profis und Privatanleger mit den DAX-Werten befassen und so Unterbewertungen schnell erkannt werden. Bei kleineren Unternehmen kann es sehr wohl vorkommen, daß zwei ähnliche Aktien völlig verschieden bewertet sind, hier lohnt sich der Vergleich fast immer.

ABER: Das "günstigste" Unternehmen kann einen "Haken" haben, wenn seine Bewertung durch schlechtere Produkte oder eine schlechte Marktposition zustande kommt.

weiter mit Teil 6

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