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Teil 6: Markttechnik

2.) Unterstützungen und Widerstände

Aus dem Seitwärtstrend abgeleitet ergeben sich zwei weitere charttechnische Signale: die obere Begrenzung nennt man eine Widerstandslinie, die untere eine Unterstützungslinie.

Widerstände entstehen aus Hochpunkten, die mehrmals nicht überschritten werden konnten. Da dies den Anlegern aus der Kursentwicklung der Vergangenheit bekannt ist, ist es höchstwahrscheinlich, daß Verkäufe nahe dem Hochpunkt wieder einen Kursrückschlag hervorrufen. Das gleiche gilt für Kursrückgänge. Drehte der Kurs auf einem bestimmten Niveau schon einmal, so ist die Chance gut, daß er an dieser Stelle erneut sein Tief sieht. Es bildet sich eine Unterstützung.

Stößt ein Widerstand nach oben durch, bildet er ab da eine Unterstützungslinie, die nicht so leicht wieder nach unten gebrochen wird. Das Umgekehrte passiert, wenn eine Unterstützung nach unten fällt, sie verwandelt sich in einen Widerstand, der erst einmal geknackt werden muß.

Es kann immer wieder vorkommen, daß die Hoch- oder Tiefpunkte von Kursen mehrere Monate oder Jahre zuvor noch immer Widerstände/ Unterstützungen darstellen. Oftmals bilden sich in der Nähe dann weitere Extrempunkte, es entstehen Widerstands- bzw. Unterstützungszonen, die damit noch schwerer zu überwinden sind. Solche Zonen sind meistens sehr stabil und es kann lange dauern, bis sie in der einen oder anderen Richtung überwunden werden.

Beispiel für eine massive Unterstützungszone:
Im japanischen Nikkei-Index existierte über Jahre eine Unterstützung bei 14.500 Punkten. Als diese im Spätsommer 98 nach unten gebrochen wurde, fiel der Nikkei in nur einem Monat um weitere 1.500 Punkte. Mit dem Überwinden der nun als Widerstand fungierenden Marke erreichte der Index dann anschließend in nur zwei Wochen die Marke von 16.000 Punkten. Wer auf die Charttechnik hörte, konnte "auf der Welle mitschwimmen".

3.) Gleitende Durchschnitte

Ebenfalls für einige "Techniker" wichtig ähnlich wie Trendkanäle und Unterstützungen/ Widerstände sind die gleitenden Durchschnitte. Diese werden in den Chart eingezeichnet und ergeben sich durch den Durchschnitt einer bestimmten Zahl vergangener Handelstage. Die gleitenden Durchschnitte der letzten 5, 30, 90 oder 200 Börsentage werden häufig verwendet.

Das Überschreiten ist ein Kaufsignal, das Unterschreiten ein Verkaufssignal, weil bei Kursen oberhalb der entsprechenden Linie ein positiver Trend zu sehen ist, unterhalb dagegen eine Abwärtstendenz vorherrscht. Wichtig sind auch die Richtungen der gleitenden Durchschnitte. Es ist positiv, wenn sie steigen, negativ , wenn sie fallen. Vorsicht bei Schneidungen verschiedener Trendlinien! Fällt die 30-Tage-Linie unter die 200-Tage-Linie, ist es ein besonders schlechtes Zeichen (umgekehrt kann man über einen Kauf nachdenken).

Während die letzten fünf Tage, die für sehr kurzfristige Anleger interessant sind, sind die 30- und 200-Tagelinie manchmal auch in Tageszeitungen zu finden, da sie auch Richtung auf etwas längere Sicht vorgeben und damit für Kleinanleger wichtig sind. Die 30-Tage-Linie zeigt den Trendverlauf auf mittlere Sicht. Interessant ist diese Linie für Anleger, die Aktien mehrere Monate halten wollen. Fällt der Kurs unter diese Linie, sollte ein Verkauf der Aktie erwogen werden. Liegt die Aktie unter der Trendlinie und durchstößt sie nach oben, ist dies ein mögliches Kaufsignal. Die 200-Tage-Linie ist vor allem für Langfristanleger interessant, die nur bei möglichen starken Kursrückgängen aussteigen möchten.

Beispiel:
Wie gewinnbringend die Beobachtung der Trendlinien sein kann, zeigen die beiden "Crash's" 1997/ 98. Wer 1997 auf den 30-Tage-Durchschnitt im DAX reagierte, konnte mehr als 20 Prozent Verlust vermeiden. Wer erkannte, daß der Kurs anschließend nicht unter die 200-Tage-Linie fiel, hätte bis Mitte des 1998 mit dem DAX über 60 Prozent Gewinn machen können.

1998 hätte man nach dem Unterschreiten der 30-Tage-Linie einen Großteil der vorangegangen Gewinne retten können. Auch wer beim Unterschreiten der 200-Tage-Linie bei einem DAX-Stand von gut 5.000 verkaufte, konnte sich noch freuen. Anschließend ging es nämlich in nur einem Monat um mehr als 1.000 Punkte nach unten. Insgesamt fiel der DAX in der Spitze damit um fast 40 Prozent.

ABER: Die Charttechnik kann für Kaufentscheidungen nützlich sein, löst aber auch immer mal "Fehlalarm" aus, wenn beispielsweise eine Unterstützungslinie kurz gebrochen wird, der Anleger (panisch) verkauft und der Kurs danach wieder ansteigt. Das heißt: Die Charttechnik immer gut im Auge behalten. Viel entscheidender für eine Kaufentscheidung sind die....

weiter mit Teil 6

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