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Teil 4: Anlagestrategien

Welcher Anlegertyp bin ich?

Wer sich selbst nicht auf Anhieb einordnen kann, sollte sich vor allem die Frage stellen: Wieviel Zeit kann ich für die Börse investieren und wie lange möchte ich meine Aktien halten?
Dann findet man sich sehr schnell in einer dieser Kategorien wieder, wobei man natürlich sein Depot auch mit verschiedenen Strategien betreiben kann: Einen Teil als langfristige Altersvorsorge, einen Teil als spekulative Anlagen und "nur zum Spaß" ein bißchen traden kann zwar prinzipiell nicht schaden, man sollte aber nicht nach Verlusten Reserven auflösen, die für die Altersvorsorge gedacht waren!

Depotstruktur

Anzahl und Gewichtung der Werte:

Ein häufiger Anlegerfehler ist, daß viel zu wenige Werte im Depot liegen. Das heißt natürlich nicht, daß man damit keine Gewinne machen kann, im Gegenteil, wenn die entsprechenden Werte echte Perlen sind, kann das sogar exorbitante Renditen ergeben.

ABER: Das Risiko eines Totalverlustes oder einer sehr starken Einbuße des Gesamtvermögens ist dadurch um ein Vielfaches größer als bei "normaler" Gewichtung!
So kann bei z.B. nur zwei Depotwerten ein Rückgang um 50 Prozent des einen schon einen Verlust von 25 Prozent des gesamten Vermögens bedeuten. Das kann bei einer entsprechenden Depotgröße sehr schmerzhaft sein.
Auch wenn man sagt, "einen solchen Rückschlag kann man ja aussitzen", kann man doch in Situationen geraten, in denen man schnell eine größere Summe auftreiben muß, z.B. bei einem Autounfall oder anderen privaten Verpflichtungen.

Noch riskanter wird eine derartige Depotstruktur bei Käufen auf Kredit: In diesem Fall kann man schon bei geringeren Rückgängen zur Realisierung von Verlusten gezwungen sein, wenn die Deckungssumme nicht mehr ausreicht. Ein Aussitzen ist dann ganz ausgeschlossen. Darum sollte man nie auf Kredit Aktien kaufen!

Deshalb immer mindestens 6-8 Werte im Depot halten oder entsprechende Mengen Cash, falls man bei einigen Werten ausgestiegen ist. Dabei sollte der Depotanteil eines Wertes nie 20 Prozent übersteigen (schon das ist sehr spekulativ!!!), optimal sind Anteile um 10 Prozent.

Es gilt:
Je größer das Vermögen, desto kleiner sollten die Depotanteile in Prozent sein oder die Zahl der Werte dementsprechend größer. So ist natürlich bei einem Depotvolumen von 10.000 Euro ein Split in 6 Werte gerade noch möglich, wenn auch manchmal schwierig, bei 100.000 Euro dagegen sind 10 bis 12 verschiedene Werte auch von Gebührenseite her kein Problem.

Besonders riskant ist es, bei noch kleineren Depotvolumen (z.B. unter 5.000 Euro) große Anteile in einen Wert zu stecken, auch wenn die Gebühren hier natürlich besonders stark zu Buche schlagen. Doch über die meisten Banken ist die Minimumprovision so gering (unter 20 Euro bzw. 0,3 Prozent - mehr sollte man nicht zahlen), daß man lieber dabei etwas höhere Gebührenanteile in Kauf nimmt, als alles auf eine Karte zu setzen.

In diesen Fällen sollte man lieber so viele 1.000 Euro-Pakete kaufen, wie möglich, wobei man unter 2.500 Euro Anlagevermögen nicht direkt in Einzelaktien geht. Das ist zu riskant. Für diese Anleger gibt es immerhin die Möglichkeit der Aktienfonds, die die Risiken durch breitere Streuung reduzieren.

Der andere Fehler kann aber auch sein, daß man viel zu viele Einzelwerte aufnimmt. Es ist nicht sinnvoll, in jeden "heißen Tip" eines Freundes oder des Anlageberaters gleich ein paar Euro zu stecken, da man so sehr schnell den Überblick über das Depot verliert. Besonders gefährlich ist dabei, daß man im Fall von Verlusten resigniert und den Wert einfach nur "rumliegen" läßt in der Hoffnung, daß die Aktie irgendwann wieder steigt. In dieser Zeit entgehen andernorts Gewinne.

Gelegentlich sollte man deshalb jeden einzelnen Wert im Depot auf seine Aussichten überprüfen und entscheiden, ob man ihn eventuell verkauft. Es ist besser, in weniger Aktien, von deren Erfolg man überzeugt ist, jeweils mehr Kapital zu investieren, als sich mit zahllosen einigermaßen aussichtsreichen Titeln zu verzetteln. Im Zweifelsfall lieber einmal mehr als einmal weniger verkaufen.

Depotstruktur-Fazit:
Je mehr Werte, desto geringer das Risiko - je größer das Gesamtvolumen des Depots, desto mehr Werte aufnehmen. Wobei man für "normale" Vermögen bis 100.000 Euro auch nicht mehr als etwa 15 Werte aufnehmen würde, da sonst der Überblick verloren geht.

Teil 5: "Anlagestrategien/ Risikostaffelung und -streuung"

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